Es ist gar nicht so einfach drei Monate in einen kurzen Beitrag zu packen. Aber ich gebe mein Bestes!

Mittlerweile kann ich wirklich sagen, dass ich mich wieder gut eingelebt habe und sich meine kleine Wohnung wirklich wie „zuhause“ anfühlt. Was viel dazu beigetragen hat, war wohl als mein Alltag ein bisschen eine Struktur bekommen hat. Zu meinen festen Terminen gehören jetzt unter anderem zwei Stunden Wolof-Unterricht am Freitagmorgen oder ein Treffen mit den Teammitgliedern am Mittwochabend. Montags arbeite ich nun im Finanzbüro von meinem Team mit. Nach den drei Monaten Zeit zum Einlernen, geht einer nun in Heimataufenthalt und ich bin gespannt, wie wir die Arbeit zu zweit schultern.

Mit meinem Projekt darf ich kleine Schritte gehen „domanding-domanding“ (Das ist Mandinka und bedeutet langsam-langsam. Diese Redewendung ist hier in allen Stammessprachen fest verwurzelt und Realität im Alltag). Also was mach ich den ganzen Tag? Ich versuche Kontakte herzustellen mit allen möglichen Leuten, die irgendwie in Kontakt mit Waisenkindern sind. Dazu gehören das Ministerium, andere NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen), Kirchen, Adoptiv-/ oder Pflegeeltern, … Wie das praktisch aussieht, kann ich an einem Beispiel erzählen. Ich habe eine NGO besucht – gambisch spontan unangekündigt, aber habe unglücklicherweise den einen Tag erwischt, an dem keine Besucher erlaub sind. Also habe ich mir die Handynummer geben lassen und bin unverrichteter Dinge wieder gegangen. Bei meinem nächsten Anlauf habe ich vorher angerufen und wurde eingeladen zu kommen. Zu meiner Verwunderung war dann aber niemand da. Ich durfte im Schatten warten, ich glaube eineinhalb Stunden waren es, bis ich dann die richtige Person zu Gesicht bekommen habe. So ist es zurückblickend vielleicht eher ein Grund zu danken, was ich den Umständen entsprechend schon alles erledigen konnte, anstatt mich zu beschweren 😊

Eines meiner Highlights war das Osterwochenende. Es gibt hier die Tradition, dass Christen an ihren Feiertagen Essen für ihre Nachbarn kochen und umgekehrt beschenken Muslime ihre Nachbarn an ihren Festtagen. So habe ich es auch gehandhabt und eine große Portion Nanburu (ein Reisgericht mit Affenbrotbaumfrucht) gekocht. Nach einem Großeinkauf auf dem Markt habe ich mich einer Frau aus der Gemeinde angeschlossen und wir haben gemeinsam gekocht. Im wahrsten Sinne des Wortes habe ich dann eimerweise Essen zu meiner gambischen Familie gebracht. Sie haben sich sehr über diese Überraschung gefreut. Wir haben gemeinsam gegessen und mit ein paar Kindern und Frauen konnte ich die Ostergeschichte auf Mandinka anhören. Ganz nebenbei, meine Mandinka-Sprachkenntnisse sind nach kurzen Anlaufschwierigkeiten zurückgekehrt.

Aktuelle Anliegen

Dank

  • Danke für gutes Einleben
  • Danke für Freude an der Arbeit
  • Danke für die Genehmigung des Projekts vom Team

Bitte

  • Bitte um die richtigen Kontakte und Weisheit bei allen Gesprächen
  • Bitte für Möglichkeiten meiner gambischen Familie Gottes Liebe zu zeigen
  • Bitte um gute Treffen mit der Kirchenleitung und dem Ministerium